, SpVgg 1958 Trier OFFICE

E-Junioren Quali-Staffel: FSV Trier-Tarforst -:- SpVgg 1958 Trier E1 3:6

Leidenschaft, Unsportlichkeiten und Klärungsbedarf

Erstes Kreisligaspiel, ein 6:3 Sieg der Junglöwen mit bitterem Beigeschmack.
Es sollte ein kürzerer Bericht werden. Dafür war das Spiel jedoch "zu heiß".

Die Tarforster, kürzlich beim Freundschaftsspiel gegen uns noch 2-stellig unterlegen, präsentierten sich diesmal aggressiver - und leider von Anfang an auch nicht immer fair. Unser Kapitän zieht an der hoch attackierenden Nr. 5 mit Haken vorbei und ist davon. Nr. 5 schlägt von hinten mit langer Grätsche in die Ferse nach und foult ihn. Das sollte nichts Gutes verheißen. Denn wir sollten später noch erfahren, woher dieser Wind wehte.

Der Löwennachwuchs drückt von Beginn an vors Tor der Gastgeber, kommt allerdings anfangs zu keinen zwingenden Chancen. Dafür die kalte Dusche in der 5. Minute: Ballverlust nach zu viel Spielerei im roten Mittelfeld, ein scheller Konter, abgeschlossen mit einem sehr schönen platzierten Schuss bedeutete das 1:0 für den FSV. Tarforst tief stehend, wesentlich geordneter, konzentrierter, aggressiver, die SpVgg 1958 Trier zwar voll präsent, aber anfangs zu zahnlos. Bis es dem Löwenkapitän reicht. Sololauf von ganz Hinten, satter Schuss exakt in die linke Ecke, Bann gebrochen. Die Löwen riechen jetzt den Braten und drücken nun breiter drauf mit direktem Erfolg. 2:1 in Minute 10, Mamadou aus kurzer Distanz. Jetzt waren wir die Chefs am Platz. 13. Minute: Ein toller Gegenschlag nach abgewehrtem Angriff der Tarforster. Super schnell gerade nach vor gespielt, schickt Henri auf dem rechten Flügel Elias Miroschnischenko. Abschluss aus vollem Zug ins kurze Eck, 3:1. Der Tormann ohne Chance, so macht man das!  17. min. Solo in der Mitte Henri, fester Schuss in die linke Ecke: 4:1. Mit den schnellen Kombinationen und unserem Daueraufenthalt vor deren Tor war der Gegner nun überfordert. Doch wie es so ist: Komplett hoch aufgerückt wird auch nur ein einziger Abspielfehler direkt bestraft. Hieß: Wieder ein Konter allein gegen das Löwentor in der 21. Minute, 2:4, nichts zu machen für unseren sehr braven Schlussmann.

Unser Spiel in der Hälfte des Gegners war nicht in gewohnter Effizienz. Viele Chancen wurden versiebt. In der letzten Schnittstelle klappte es diesmals nicht ganz. Die Tarforster dagegen standen sehr tief und machten aus 3 Chancen 2 Tore.

Halbzeit 2 wurde leider ein unrühmliches Blatt in Bezug darauf, was sich für Jugendfußball geziemt. Was auf beide Mannschaften betrachtet einzig stimmte, war die Leidenschaft und der Wille. Doch der Reihe nach....

Der Löwen-Kapitän band sich als letzter Mann 1 Min. nach Wiederbeginn
gerade die Schuhe, als der Gegner per Steilpaß anrauscht, macht dann aber doch noch den Usain Bolt und fängt den FSV-Angreifer souverän ab. Dann die 30. Minute: Ein Schuss der Spielvereinigung aus der 2. Welle, der Abpraller findet zwei kurz weitergespielte Stationen und Alex Melanowski "macht ihn weg." 5:2. Davor danach wurden einige Chancen der Junglöwen vergeben.

Der Frust des Trainers der Gastgeber ist ob dieser Vorentscheidung klar spürbar. Es kamen ein paar Zurufe, die man in der Hitze des Gefechts vielleicht so noch machen kann. Einziges Resultat daraus: Die Tarforster legen in der Härte einen drauf, die Löwen halten dagegen, suchen den Kampf. Die Hektik gipfelt allerdings dann in einer absolut inakzeptablen Anweisung des Tarforster Trainers, die so laut war, dass sie nicht bestritten werden kann: "Alle die Ellenbogen raus!" Gesagt, getan: Wenn sich 2 "Zehner" treffen, wird normalerweise meist gut Fußball gespielt. Bei diesem Spiel war es allerdings einfach nur der gewollte Ellenbogen des Tarforster 10ers ins Ohr unseres Kapitäns (und zwar voll), der eine Schnellbehandlung brauchte, um das wegzustecken
. Unser Trainer, nach einem klaren Foul hart am Diskutieren, musste den Ball eigenhändig auf den Penalty-Punkt legen. Unser Penalty wurde verschossen. Dazu abschließend mehr. Die Löwen-Zuschauer bleiben ob der (Zuschauerzitat:) "seltsamen Vorgänge" erstaunlich diszipliniert. 

Am Ende wird dann auch noch richtig schön Fußball gespielt. Toll mit einem Pass von hinten raus geschickt, "fliegt" der kleine Alex Melanowski links übers Feld, hängt mit dem Ball laufend 2 Gegenspieler ab und schließt in Ronaldo-Manier ab. 6:2! Das war von hinten raus bis zum Abschluss Weltklasse. Derart gut und schnell gespielt, dass sogar der Foulversuch des Gegners scheiterte. Die Tarforster Jungs, die alles gaben, hatten auch noch eine sportliche Antwort: 6:3 wieder nach einem Konter über rechts. Ein sehr schönes Tor ins lange Eck. Schlusspfiff.

Am Ende bleibt ein Fazit, welches wir ausschließlich auf den betreffenden Trainer und nicht and den FSV Tarforst als befreundeten Verein adressieren:

Wenn bei einer klaren Foulentscheidung der Gast-Trainer den Ball auf den Punkt stellen muss.  Wenn dann ein 9-jähriger Jugendspieler unter fragwürdigen Buhrufen der Eltern beschließt, den Ball einfach absichtlich übers Tor zu dreschen, damit alle zufrieden sind und weil er keine Lust auf so ein Tor hat, dann ... ja dann, lieber Herr Trainer des FSV Tarforst ... dann hat der Junge einfach mehr Reife und Größe bewiesen.


Ein Lob sprechen wir an der Stelle unseren mitgekommenen Eltern aus, die trotz Unverständnis für diese Atmosphäre mit der gebotenen Zurückhaltung die Situation nicht noch weiter eskalieren ließen.

Kreisstaffel: FSV Trier-Tarforst - SpVgg 1958 Trier E1
Ergebnis (fussball.de): 3:6
Tore: Egor (5.), Mamadou (10.), Elias (13.) Henri (17.), Alex (36., 44.)
Bezirkssportanlage Trier-Tarforst
Zuschauer: 40